Zum
Start unseres Projektes „3-Leipziger“ und der damit verbundenen
Beendigung des Mietvertrages mit dem Techno-Club „TRESOR“ in
der Leipziger Straße 126
Nach der Abschiedsparty des bekannten Techno-Clubs „Tresor“ vom
01.04.-18.04.2005 sowie der Auftakt-Veranstaltung für unser Bauvorhaben
am 19.04.2005 haben wir zahlreiche Anmerkungen, Stellungnahmen und Meinungen
erhalten.
Neben
einer Vielzahl positiver Kommentierungen auch in der Presse gab es
erwartungsgemäß auch kritische und natürlich auch emotionale
Anmerkungen. Wir verstehen dies. Allerdings möchten wir diese
Anmerkungen nicht zuletzt aufgrund mancher unsachlicher und oft auch
anonymer Darstellung nicht unkommentiert lassen.
Nach
einer „Zwischennutzung“, die über alle Erwartungen
hinaus 14 Jahre dauerte, geht die Ära des TRESOR nicht zu Ende,
sondern wird mit neuen Ideen an anderer Stelle weitergeführt.
..........................................................................................................................................
Zum
Background:
Die
Geschichte des Grundstücks Leipziger Straße 126 begann nicht
erst im Jahr 1991, sondern ist auch mit dem berühmten Kaufhaus
Wertheim, das zu Beginn des 20. Jahrhundert eines der größten
Kaufhäuser Europas war, unzertrennlich verbunden. Die Familie
Wertheim musste aufgrund der Verfolgungen durch die deutschen Nationalsozialisten
im Jahr 1938 fliehen und wurde ihres Eigentums beraubt. In den Folgejahren
war dieses Grundstück stets in staatlichem Besitz: Zuerst des
Deutschen Reiches, dann der Deutschen Demokratischen Republik („Eigentum
des Volkes“) und letztendlich der Bundesrepublik Deutschland,
vertreten durch die Oberfinanzdirektion Berlin.
Mit
dem Vermögensgesetz hat nach der Wiedervereinigung Deutschlands
der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, vergangenes Unrecht
wieder gut zu machen, so dass auch das Grundstück Leipziger Straße
126 wieder an die rechtsmäßigen Eigentümer gelangen
konnte. Um die Entwicklung von Grundstücken aufgrund der teilweisen
ungeklärten Eigentumsverhältnisse nicht jahrelang brach liegen
zu lassen (der Rechtsstreit bezüglich des vorliegenden Grundstücks
wurde erstinstanzlich erst am 04.03.2005 entschieden), gab das sogenannte
Investitionsvorranggesetz Investoren die Möglichkeit, Grundstücke
zu erwerben, um auf diesen Investitionen zu tätigen, die insbesondere
auch die Schaffung von Arbeitsplätzen beinhalten. Im Rahmen einer öffentlichen
Ausschreibung der Bundesrepublik Deutschland hat die Bauwert Property
Group das Grundstück im Jahr 2001 erworben. Der bereits zu diesem
Zeitpunkt an die Oberfinanzdirektion gezahlte und nunmehr voraussichtlich
an die Wertheim-Erben auszukehrende Kaufpreis ermittelte sich - wie üblich
- auf der Basis einer für dieses Grundstück im Herzen der
Stadt Berlin typischen Nutzung mit einer ausgewogenen Mischung aus
Wohn- und Geschäftshäusern mit entsprechenden Gewerbeeinheiten
im Erdgeschoss.
Unmittelbar
nach Abschluss des Kaufvertrages hatte die Bauwert das Gespräch
mit den Betreibern des TRESOR gesucht, um einerseits auszuloten, inwiefern
eine Integration des Clubs in das geplante Bauvorhaben möglich
ist und andererseits abzustimmen, wie die Zwischenvermietung bis zum
Baubeginn an den TRESOR zu organisieren ist. Die Betreiber des TRESOR
kamen dabei schnell zu der Überzeugung, dass eine Integration
des bestehenden Clubs in ein Neubauprojekt zwar technisch vielleicht
möglich wäre, aber dem Image des TRESOR nicht entsprechen
würde. In diesem Zusammenhang wurde auch die Etablierung eines
neuen TRESOR-TOWER erörtert, ein Konzept, das jedoch schnell vor
dem Hintergrund der nicht darstellbaren Wirtschaftlichkeit auf diesem
Grundstück ad acta gelegt wurde.
Bei
der Zwischenvermietung hat unser Unternehmen den TRESOR durch Gewährung
einer niedrigen Miete in den letzten Jahren unterstützt und darüber
hinaus die Betreiber stets sehr zeitnah über den konkreten Stand
der Projektentwicklung informiert. Nachdem der Baubeginn feststand,
haben wir auf besonderen Wunsch des TRESOR den nach mehrmaligen Verlängerungen
bis zum 31.03.2005 laufenden Mietvertrag dann noch einmal um einen
weiteren Monat verlängert, um dem TRESOR die Möglichkeit
zu geben, seinen 14. Geburtstag angemessen feiern zu können. Diese
Party fand sehr erfolgreich vom 01.04.-18.04.2005 statt.
Darüber
hinaus haben wir den TRESOR bei der Suche nach einer neuen Heimat unterstützt.
Wir gehen davon aus, dass sich kurzfristig eine andere Location findet,
in der sich der Geist und Gedanke der Techno-Bewegung auch weiterhin
verwirklichen kann. Die Kündigung des Mietvertrages am Standort
Leipziger Straße 126 muss aus unserer Sicht keinen Schlusspunkt
für den TRESOR oder gar die Techno-Bewegung in Berlin darstellen,
vielmehr sehen wir dies auch als Chance für die Macher des TRESOR
und für seine Anhänger, die Impulse für neue Ideen in
einer neuen Umgebung zu entwickeln.
Wir
stehen zu unserer Zusage, dass wir den Neuanfang des TRESOR an anderer
Stelle unterstützen wollen und haben uns deshalb auch bereit erklärt
die namensgebenden Einbauten unseres Gebäudes (z.B. Tresor-Türen,
Schließfächer etc.) dem TRESOR unentgeltlich für die
Mitnahme in das neue Objekt zur Verfügung zu stellen.
Der
TRESOR war von Anfang eine Zwischennutzung und alle Beteiligten wussten,
dass spätestens mit der Realisierung einer neuen Nutzung an diesem
Standort die alte weichen muss. Diese Zwischennutzung hat nunmehr aufgrund
der schlechten Wirtschaftslage viel länger „überdauert“ als
die meisten vermutet hätten.
...........................................................................................................................................
Abschließend
sei uns ein Hinweis in eigener Sache erlaubt:
Den
Vorwurf, „neue gesichtlose Bürobauten, die sowieso leer
stehen werden, seien uns wichtiger als Kultur und alte Gebäude“,
können wir so nicht hinnehmen. Gerade unser Unternehmen hat in
den letzten Jahren gezeigt, dass die von uns vertretene Philosophie
und Architektur genau nicht der so oft in Berlin vertretenen „Postmoderne“ entspricht.
Der Erfolg und nicht zuletzt der Vermietungsstand beweisen uns, dass
auch die Nutzer der von uns in den letzten Jahren fertig gestellten
Neubauvorhaben dies zu schätzen wissen.
Wir
wünschen uns mehr Sachlichkeit in der aktuellen Debatte und sind
gerne bereit, Ihnen alle gewünschten Fakten zu geben. Wir verstehen
natürlich die Emotionen der Fans, bedauern aber sehr, dass das
nachvollziehbare Anliegen und Ansehen vieler Techno-Fans durch Vandalismus
an der Baustelle, Drohungen und anonyme Schmähbriefe verunglimpft
werden.
Dem
TRESOR wünschen wir einen guten Start an der hoffentlich bald
gefundenen neuen Location.
BAUWERT
PROPERTY GROUP
<< zurück
|